Reibungslose Vorbereitung sorgt für Vorfreude auf den Saisonstart

Vorsitzender Michel Schulz trägt als Flugleiter auch in der neuen Saison die Verantwortung für eine sichere und zügige Heimkehr der „gefiederten Renner“ von den Wettflügen.
Vorsitzender Michel Schulz trägt als Flugleiter auch in der neuen Saison die Verantwortung für eine sichere und zügige Heimkehr der „gefiederten Renner“ von den Wettflügen.

Werne. Selten verlief die Vorbereitung auf eine Reisesaison für die rd. 130 Mitglieder der RV „Germania“ Werne derart problemlos, wie in den zurück liegenden Wochen und Monaten. Bei angenehmen äußeren Temperaturen und ausgezeichneten Witterungsbedingungen konnten die „Renner der Lüfte“ bereits ab Anfang März wieder ihr Flugtraining am heimischen Schlag aufnehmen. Auch die drei zwischenzeitlich durchgeführten RV-Trainingsflüge bis zu einer Entfernung von 150 km stellten wahrlich kein Problem dar.

 

Verständlich groß ist nun die Vorfreude in der Züchterschaft, dass es am Wochenende mit dem ersten Preisflug ab Brückenau (220 km) wieder um 1. Konkurse und vordere Plazierungen geht. „Ab dann ist schwarz auf weiß in der Wettflugliste abzulesen, wer seine Tauben tatsächlich in guter Verfassung hat“, erläutert RV-Vorsitzender Michael Schulz, der als Flugleiter - gemeinsam mit seinem Züchterkollegen Martin Fischer - für die reibungslose Heimkehr der „gefiederten Renner“ verantwortlich zeichnet.

 

 

 

 

Eine lange Saison bis Ende Juli mit bis zu 13 angesetzten Wettflügen über Entfernungen von 220 km bis zu 640 km steht allen Beteiligen bevor, wobei die Wettkampf erprobten Brieftauben bei entsprechender Vorbereitung und aufgrund ihrer Auslese weitgehend problemlos die Strapazen „wegstecken“. Was man nicht unbedingt von jedem Züchter sagen kann, der nach dem Einsetzen seiner Tiere in den Kabinenexpress oftmals eine schlaflose Nacht vor sich hat, ehe er am Tag darauf dem Auflass entgegenfiebert.

 

„Die Zucht und das Spiel mit Brieftauben kann auf eine mehr als 125-jährige Geschichte zurückblicken“, berichtet Jochen Höinghaus, Vorsitzender des Regionalverbandes „Lippe-Ruhr“ mit sieben angeschlossenen Reisevereinigungen und rd. 700 Mitgliedern. Mit Blick auf die „ausgezeichneten Rahmenbedingungen“ gibt er allerdings zu bedenken, dass insbesondere die Sportfreunde im Sauerland in den vergangenen Wochen über erhebliche Verluste durch die extrem große Zahl von Habichten, Sperbern oder Wanderfalken klagen. Es sei gar schon vorgekommen, dass vom Wettflug zurückkehrende Tauben direkt auf dem Anflugbrett vom Greifvogel geschlagen wurden.

 

 

Die betroffenen Züchter stehen dieser Entwicklung machtlos gegenüber und selbst (politische) Initiativen des Verbandes Deutscher Brieftaubenzüchter in Essen laufen weitgehend ins Leere. In den heimischen Regionen hält sich die Greifvogel-Population dagegen (noch!) in Grenzen, auch wenn vereinzelt Tauben mit schweren Verletzungen heimkehren.

 

 

 

Losgelöst von diesen unerfreulichen Nebenerscheinungen ist die Erwartungsfreude unter den Züchtern nach rd. sieben Monaten quälender „Winterpause“ spürbar. Abzulesen ist dies nicht zuletzt an den zahlreichen Aktivitäten am Vereinsheim am Grote-Dahl-Weg, wo der moderne Kabinenexpress auf seinen ersten „offiziellen Einsatz“ vorbereitet wird.

 

Im Gegensatz zu anderen Züchter-Gemeinschaften hatte sich die RV „Germania“ vor nunmehr drei Jahren zu einem Neuerwerb des Transportfahrzeuges entschlossen. „Die Anschaffung eines neuen Kabinenexpresses war technisch, sportlich und finanziell schlichtweg alternativlos“, erinnert sich Michael Schulz. Dabei habe nicht nur die technische Ausstattung der Zugmaschine im Vordergrund gestanden, sondern auch und gerade der Aspekt eines tierschutzgerechten Transportes zum Auflassort war ein entscheidendes Kriterium beim positiven Züchter-Votum.

 

Kein Wunder also, dass die RV „Germania“ inzwischen zu den zehn Mitglieder stärksten von insgesamt rd. 660 Reisevereinigungen in „Brieftaubendeutschland“ zählt. Dass soll nach dem Wunsch der Verantwortlichen auch noch eine Weile so bleiben, selbst wenn die Bedingungen für die Ausübung dieses besonderen Hobbies fraglos schon einmal günstiger waren.

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