Unter Tage nur zwei Themen: Fußball und Tauben

Titelverteidigung geglückt: Ehepaar Tätweiler ist erneut RV-Meister

 

Bis zuletzt war die Meisterschaft er Brieftaubenzüchter der RV Germania Werne spannend. Vor dem letzten Preisflug der Alttauben (ab 2 Jahre) machten sich noch fünf Parteien Hoffnungen, sich den begehrten Meistertitel zu sichern. Am Ende konnte die Schlaggemeinschaft Lothar (77) und Karin (68) Tätweiler aus Hamm den Meistertitel des vorherigen Jahres verteidigen (wir berichteten). Spannend ist dabei für Lothar Tätweiler nicht nur der Schlussspurt.

Das Hobby sei für ihn zwar alles in allem entspannend, sagt er, doch wenn die Tauben noch unterwegs seien, mache er sich schon Sorgen, ob die Tiere wohlbehalten in den Schlag zurückkehren. "Er geht dann auf und ab und hofft, dass alles gut geht", sagt seine Frau mit einem Lachen.

 

Nur zwei Themen

Diese Saison war zudem eine besondere für das Ehepaar. Da Lothar Tätweiler viele Monate während der Flugzeit im Krankenhaus verbringen musste übernahm seine Frau die Federmannschaft. "Es ist schön, wenn die ganze Arbeit sich lohnt", sagt sie. Das Hobby Brieftauben zu züchten und diese Wettkämpfe antreten zu müssen, kommt ursprünglich von ihm. Als früherer Bergmann kam er unweigerlich mit dem Thema im Kontakt: "Es gab montags unter Tage nur zwei Themen: Fußball und Brieftauben", erinnert sich der 77-jährige.

Ihre Gartenhütte zeichnet das klare Bild des Bergmanns. Neben einigen Pokalen für die Erfolge als Taubenzüchter finden sich hier etliche Andenken, die mit dem Bergbau zu tun haben Einigen seiner damaligen Kameraden sei er auch heute noch durch die Tauben verbunden, sagt Lothar Tätweiler.

1972 habe er damit begonnen, Tauben zu züchten. Die Tiere sind ihm sehr wichtig: "Ich kann gar nicht ohne." Dass sich auch seine Frau für sein Hobby begeistern kann, zeigte sich allerspätestens durch die Titelverteidigung, bei der sie die Hauptverantwortung übernehmen musste.

 

Viel Zeit im Garten

In dem Taubenschlag im Garten der Tätweilers in Hamm-Herringen verbringt Lothar Tätweiler gerne viel Zeit. Aber nur außerhalb der Wettkampfzeit. "Zwischen den Flügen müssen sich die Tiere so viel ausruhen, wie es geht", sagt er.

Die Tauben züchten sie selbst. Ab und zu kommt es auch vor, dass sie eine gute Taube für die Zucht dazu kaufen. Woran man dann merkt, ob das Tier für den Wettkampf geeignet ist? Das müsse man einfach ausprobieren. "Wenn sie Sonntag Preise macht, merkt man, ob sie sich orientieren kann", erklärt der Züchter. Natürlich kommen bei den Erfolgen auch Leute auf ihn zu, die seine Vögel gerne kaufen wollen. "Die Nachfrage ist schon da", so Lothar Tätweiler.

Aber der Taubenliebhaber verkauft seine Tiere nicht. Das hat allerdings keine egoistischen Gründe. "Bei den Tieren weiß man nie, ob sie nur in dem heimischen Schlag funktionieren. Hinterher verkaufe ich eine Taube mit vielen Preisen, die beim Käufer keinen einzigen holt." Das könne er mit seinem Gewissen nicht vereinbaren.